Forugh Farrochzad (5.1.1935 – 13.2.1967) ließ ihre Leser/innen selten unbeteiligt. Sie erweckte entweder Abneigung oder Bewunderung. Für die einen wurde sie zum Sinnbild des Wertverlustes und des Chaos, für die anderen Inbegriff der Unabhängigkeit und des Aufbegehrens. Insgesamt lässt sich jedoch ein klarer Zuwachs an Popularität verzeichnen, der sich u. a. in steigenden Auflagen niederschlägt. Heute gilt sie als eine der begabtesten und einflussreichsten Frauen in der persischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Forugh Farrochzads Werk kennzeichnet den Versuch der Überwindung und Neudefinition sowohl literarischer als auch sozialer und kultureller Konventionen und Ideale.

Hossein Mansouri

Dichter und Übersetzer Hossein Mansouri wurde 1956 in einem iranischen Lepradorf geboren. Mit sechs Jahren addoptierte ihn die berühmte iranischen Dichterin Forough Farrokhzad, die ihn bei den Dreharbeiten ihres preisgekrönten Dokumentarfilms „Das Haus ist schwarz“ kennenlernte. Als sie nach einem Autounfall tödlich verunglückte, kam Mansouri als 21-Jähriger nach Deutschland, wo ein Onkel von ihm lebte. Die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Hossein Mansouri wurde 2007 vom deutschen Filmemacher Claus Strigel in einer neunzigminütigen Dokumentation, einem dokumentarischen Märchen, unter dem Titel „Mond Sonne Blume Spiel“ verfilmt, gefördert von Arte, BR und Denkmalfilm München. Mansouri hat u.a. Werke von Autoren wie Emil Cioran, Fernando Pessoa, Eric-Emanuel Schmitt, Karl Kraus, Patrick Süskind, Paul Celan, Rose Ausländer und weitere ins Persische übersetzt und außerdem die Werke einiger iranischer Dichter wie Omar Khayyam, Forough Farrokhzad, Sohrab Sepehri, Ahmad Reza Ahmadi, Abbas Safari, Vahe Armen und Sanaz Zaresani ins Deutsche übertragen. Er selbst schreibt auch Gedichte.

Farzaneh Milani

(* 1947) ist ein iranisch-amerikanischer Gelehrter und Autor. Milani unterrichtet persische Literatur und Frauenstudien an der University of Virginia. Milani ist Vorsitzender der Abteilung für Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens und Südasiens.

Sie ist auch eine Dichterin, preisgekrönte Übersetzerin und Empfängerin des Carnegie Fellowship und des National Endowment for the Humanities. Milanis Buch Veils and Words aus dem Jahr 1992: Die aufstrebenden Stimmen iranischer Schriftstellerinnen (Syrakus, 1992) haben ihren sechzehnten Druck erlebt.

Natalie Amiri

Mit engagierten Interviews und Reportagen, unter anderem mit der 30-minütigen ARD-Reportage „Die Terrorfront“ in Syrien wurde die deutsch- iranische Hörfunk-und Fernsehjournalistin Natalie Amiri einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Seit März 2014 moderiert sie den Weltspiegel, und seit 2015 leitet sie das ARD-Studio in Teheran.Für ihren Fernsehbeitrag „Tod vor Lampendusa – Europas Sündenfall“ wurde sie mit dem „Katholischen Medienpreis“ ausgezeichnet. Für ihre Reportage „Verschwunden in Deutschland – Auf der Suche nach vermissten Flüchtlingsjungen“ wurde sie für den Grimme-Preis nominiert. Außerdem erhielt sie den Medienpreis „Kinderrechte in der Einen Welt“.