Siamak Safari

Siamak Safari, einer berühmter Schauspieler und Regisseur des iranischen Theaters, ist 1964 in Teheran geboren. In über 20 Jahren hat er mehr als 30 Adaptionen und Autorenwerke inszeniert. Große Erfolge und von Theaterkritikern besonders gelobt wurden Theaterstücke wie „Eine Groteske zur Genealogie des Lügens und der Einsamkeit“ (2012), „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ (2014), „Ein Requiem für einen Dracula“ (2017) und „Lamborghini“ (2017).

Die Grabschläfer

“Im Grab wohnen” ist eine Form der Obdachlosigkeit, in der sich wohnungslose Personen in frisch ausgehobenen und noch nicht genutzten Gräbern aufhalten. Im Dezember 2016 wurde zum ersten Mal ein Bericht von Maryam Roustai in der Zeitung Shahrvand über die 50 Grabbewohner eines Friedhofes in der Nähe von Teheran veröffentlicht, der ein Paar Bilder von den Grabbewohnern beinhaltete. Der Bericht sorgte für Aufsehen. Dass sich die Menschen ausgerechnet eine Stadt der Toten zum leben ausgesucht hatten, weit weg von der Stadt mit den lebenden Menschen. Siamak Safari macht das zum Thema seiner Aufführung: Die Menschen leben auf einem Friedhof, aber als Reaktion darauf will die Stadtverwaltung möglichst schnell alles normalisieren, indem die Friedhöfe von ihren lebenden Bewohnern geräumt werden müssen, notfalls mit Gewalt. Vor diesem Hintergrund, in dem die Wahrung der Normalität wichtiger als notleidende Menschen sind, lernen wir deren Welt Menschen kennen und ihren Kampf um Grundbedürfnisse. Menschen, die dennoch eine eigene Auffassung vom Leben und ihre eigenen Wünsche haben und deren Lebenssituation Ungerechtigkeiten offenbart.